Robuste
Zerbrechlichkeit
Im Zentrum steht das
Gleichgewicht – zwischen zerbrechlichem Glas und robustem Metall,
zwischen lebensfrohen Farben und schwarzen Konturen, zwischen Natur und
Mensch.
Der Bezug zur Natur ist gegenwärtig, wenn in den Kunstwerken von
Bruno Fiechter, kurz Brufi, Mensch und Natur aufeinander treffen. «Auch
die Menschen haben ihren Platz, allerdings neben der Natur einen kleinen»,
sinniert der 1950 in Basel geborene und seit 1985 in Pratteln heimische
Künstler. Seit Kindesalter lässt sich Bruno Fiechter von der
Natur faszinieren, dass er sich jedoch in seinen Kunstwerken richtig damit
auseinandersetzt, beginnt erst später: «Als ich begriff, wie
es um die Natur in unserer Zeit wirklich steht, fühlte ich mich so
machtlos. Ich musste einen Weg finden, meine Gefühle auszudrücken.
Ich merkte, dass ich sonst krank werden würde.»
In seiner Ausbildung als Schlosser lernte er Stahl kennen, lernte mit
dem Material zu arbeiten. Der Weg, sich auszudrücken, war gefunden.
Zuerst fertigte der 16-Jährige Skizzen an, um seine Bilder dann in
dreidimensionale Figuren umzusetzen. Figuren aus Stein und Stahl. Weiche
Formen, hartes Material. Mit der Entwicklung des jungen Künstlers
kam auch die Entwicklung der Werke. Weiterbildungen in der Kunstschlosserei
sowie in diversen Zeichnungstechniken brachten neuen Input. Aus den schweren
Plastiken wurden filigrane Bilder mit farbigem Glas und Messingdrähten.
Eine stetige Weiterentwicklung erfordert neuen Input: Der Bildhauerkurs
bei Esther Colla in Carrara (Italien) brachte Bruno Fiechter darauf, wieder
freiere Formen zu suchen. Die dreidimensionalen Bilder waren in einem
für zweidimensionale Bilder bestimmten Rahmen zu sehr eingeengt.
Das farbige Glas blieb, der statische Rahmen kam weg. Das Ergebnis war
die Grundform der jüngsten Kunstwerke, welche mit den vier Elementen
der Erde noch heute spielen. So erstaunen die Namen «Universum,
«Wasserstadt» oder «Kraftort» nicht. Das Grösste
für Brufi ist es, die Menschen mit seinen farbig-verspielten Plastiken
zu erfreuen. Über unzählige Skizzen tastet sich der Künstler
an seine Gefühle heran, um welche es noch heute geht, sie auszudrücken.
Die Faszination Natur ist geblieben, das ist in den Kunstwerken nicht
zu übersehen.